Pflege

Die Pflege von Alpakas ist im Allgemeinen wenig aufwendig. An erster Stelle steht eine tägliche Kontrolle des Gesundheitszustandes.

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Futter:
Alpakas müssen in der Regel nicht übermäßig zugefüttert werden. Neben Gras sind besonders Heu und Wasser entscheidend für eine gute Verdauung. Eine Zugabe von Kraftfutter ist oft nur im Winter oder im Einzelfall bei Zuchtstuten notwendig. Mineralstoff speziell entwicklet für Neuweltkameliden, wie „Camelibra“, ist sehr empfehlenswert und hilft den Mineralstoffhaushalt zu regulieren. 

Zehennägeln & Zöhne:
Alle drei Monate sollten die Zehennägel kontrolliert und bei Bedarf geschnitten oder korrigiert werden. Zum Schneiden der Nägel kann eine Rosenschere verwendet werden. Auf hartem Untergrund, wenn z.B. der Stall mit Steinen ausgelegt ist, laufen sich die Tiere die Nägel fast selbständig ab. Sie müssen aber trotzdem kontrolliert werden, damit keine Fehlstellungen durch evtl. krumm wachsende Nägel entstehen können. 

Die Schneidezähne der Alpakas (sie besitzen nur unten Schneidezähne und haben oben eine Kauplatte) wachsen ein Leben lang. In der Regel nutzen sie sich von selbst ab, jedoch kann es vereinzelt vorkommen, dass die Zähne über die Kauplatte hinaus wachsen, das kann man bei geschlossenem Gebiss feststellen. In diesem Falle müssen die Zähne gekürzt werden, da keine Abnutzung mehr erfolgt. Dies kann mit Hilfe einer speziellen Zahnflex erfolgen. Aber Vorsicht, denn die Zähne dürfen natürlich nicht zu kurz werden.

Scheren:
Einmal jährlich (oder spätestens alle zwei Jahre für Suri Alpakas) sollten Alpakas geschoren werden. Zur Schur sollten die Alpakas trocken sein, damit die geschorene Faser auch trocken eingepackt werden kann. Es bietet sich an die Tiere im Mai / Juni zu scheren, damit bis zur kalten Jahreszeit wieder genügend Faser nachwachsen kann. 

Sie entscheiden selber ob sie ihre Tiere eigenhändig scheren oder ob sie von einem professionellen Schurservice profitieren möchten. Vorteil dabei ist, dank schneller Arbeit und perfekter Einrichtung,  garantiert weniger Stress für sie und vor allem auch für die Tiere. Wir bei Alpaka Appenzell bieten einen solchen professionellen Schurservice an; Jedes Jahr im Mai führen wir einen Schurtag bei uns auf dem Hof durch.

Direkt nach dem Scheren sollten die Alpakas vor extremen Wettereinflüssen wie starkem Sonnenschein (Sonnenbrandgefahr) und extremer Kälte und Regen geschützt werden. Schon nach ein paar Tagen haben sie sich daran gewöhnt, nicht mehr so warm zu haben, so dass sie dann schnell wieder selbst wissen, was ihnen gut tut.

Abfohlen:
Bei Zuchtstuten muss man zur Abfohlzeit öfters nach den Alpakas schauen, um gegebenenfalls bei Komplikationen während oder nach der Geburt rechtzeitig Hilfe zu leisten oder tierärztliche Hilfe zu holen. Vorzugsweise fohlen die Stuten ohne Komplikationen am Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Die Fohlen sollten innerhalb von zwei Stunden stehen und bald darauf anfangen am Euter der Stute zu saugen. Wenn die Fohlen nicht in den ersten Lebensstunden etwas von der ersten Milch (Kolostrum) zu sich nehmen, sind sie nicht ausreichend mit Abwehrstoffen und Vitaminen versorgt und das Leben des Fohlens ist gefährdet. Zudem muss auch unbedingt beobachtet werden, dass das Fohlen das Darmpech (den ersten Kot) ausscheidet. Bei der Stute sollte ebenfalls innerhalb von zwei Stunden die Nachgeburt abgegangen sein. Ein zeitiges Trinken der Fohlen, kann das begünstigen, da bei der Stute das Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird.

Die Fohlen werden mit ca.6- 8 Monaten von der Stute abgesetzt, So können sich die Stuten bis zur Geburt des nächsten Fohlens optimal regenerieren. Aus unserer Erfahrung bedeutet es weniger Stress für die Cria, wenn die Mutter zur gegebenen Zeit von der Stutenherde getrennt wird und auf eine eigene Weide gebracht wird. So entwickelt die Cria in der Abwesenheit der Mutter ein Zugehörigkeitsgefühl mit der Stutenherde die sie ja schon kennt.

Berserk-male-Syndrome:
Bei der Aufzucht von Hengsten gibt es etwas Wichtiges zu beachten: der Kontakt zum Menschen muss bis zum Zeitpunkt wo sie ihr Erwachsenenalter erreicht haben, unbedingt auf ein Minimum reduziert werden.  Zu viel menschlicher Kontakt kann zum „Berserk-male-Syndrome“, einer Fehlprägung, führen. Fehlgeprägte Junghengste sehen beim Erlangen der Geschlechtsreife den Menschen als Konkurrenten und können ihn angreifen (Kampf um Rangordnung). Leider gibt es keine Heilung für dieses Syndrom und umso mehr ist die korrekte Haltung von jungen Hengsten wichtig damit dieses Krankheitsbild verhindert werden kann. (Stuten sind für dieses Syndrom nicht anfällig).